Version 1.0 – Hardehausen, im Juli 2011
Wozu Social Media Guidelines?
Leitlinien zum Umgang mit sozialen Medien und Netzwerken, sog. Social Media Guidelines (SMG) bieten eine fundierte Grundlage, wie das Jugendhaus Hardehausen seinen Auftrag in den sozialen Medien (auch bekannt unter Begriffen wie „Social Media, Web 2.0, Social Web, Mitmachinternet“) und im Umgang mit deren Möglichkeiten versteht. Sie bieten Orientierung und Transparenz, was Gäste, Besucher, Kursteilnehmer/innen, Schüler/innen, Eltern, Multiplikatoren, Kursleiter/innen, Mitarbeiter und Förderer in Bezug auf die Nutzung der sozialen Medien durch das Jugendhaus Hardehausen erwarten können.
Diese Social Media Guidelines sind auf den Konferenzen und Teamtreffen der pastoral und pädagogisch Verantwortlichen des Jugendhauses Hardehausen entstanden. Da es sich bei den sozialen Medien und die durch sie aufkommenden Fragen um neuere Phänomene handelt, sind diese SMG immer mit dem Charakter der Vorläufigkeit behaftet und werden beständig im Sinne des Auftrages des Jugendhauses und nach den Bedürfnissen der Mitarbeiter und Kooperationspartner sowie aller beteiligter Gruppen angepasst. Um die Entwicklungen gut verfolgen zu können und in einem angemessenen Zeitrahmen darauf zu reagieren, ist das Thema „Soziale Medien“ (SM) ein fester Tagungsordnungspunkt bei Sitzungen des pädagogischen Teams des Jugendhauses.
Warum SMG in einer kirchlichen Jugendbildungsstätte?
Das Internet, allen voran die neuen Sozialen Plattformen wie SchuelerVZ, StudiVZ, Facebook und andere sog. Social Media Angebote, sind „richtungweisend für große kulturelle und soziale Veränderungen“[1]. Papst Benedikt XVI hat in 3 aufeinanderfolgenden Jahren (2009-2011) zum Welttag der sozialen Kommunikationsmittel die Kirche dazu aufgerufen, die sozialen Medien im Sinne des Evangeliums, der Freundschaft und Verständigung zu nutzen. Das Jugendhaus Hardehausen fühlt sich diesem Auftrag verpflichtet. Hinzu kommt die ureigenste Aufgabe der Jugendbildungsstätte, junge Menschen bei der Orientierung in ihrem Leben zu begleiten, getreu dem Wahlspruch in dem noch erhaltenen zisterziensischen Kreuzgang: “Ich habe Fleisch und Brot und leide doch Hungersnot“.
Die sozialen Medien sind mittlerweile fester Bestandteil der Lebenswelt vieler Menschen, vor allem der jungen Generation. Soziale Medien bereichern die Möglichkeiten, Beziehungen zu knüpfen, zu halten und untereinander Gemeinschaft zu stiften. Gleichzeitig sind sie, wie alle Medien, in ihrer Wirkung ambivalent. Nicht wenige Schüler/innen haben selbst Phänomene wie Cybermobbing (Cyberbullying) erfahren oder sind Zeuge einer solchen Tat geworden. Das Jugendhaus Hardehausen möchte mit diesen Social Media Guidelines Transparenz herstellen, wie es seinen Auftrag in und mit den sozialen Medien verbindet.
Christliche Theologie geht immer von einem Offenbarungsgeschehen in seiner dialektischen Bezogenheit aus: Jemand offenbart sich jemandem. So offenbart sich der dreieinige Gott in Jesus Christus als Mensch den Menschen. Das Offenbarte wird also immer nur in Kommunikationszusammenhängen konkret, genauer gesagt im Austausch von Personen. Eben dieser Austausch ist durch die sozialen Medien erheblich erweitert und zum Teil digital abbildbar. Theologisch sieht das Jugendhaus dabei seine Aufgabe darin, den bewussten wertorientierten Umgang der Schüler/innen und Kursteilnehmer/innen des Hauses mit den sozialen Medien und damit untereinander zu fördern. Die Werte, für die das Jugendhaus in der Kommunikation eintritt, sind Förderung des Verständnisses, der Freundschaft, der Nächstenliebe, des Respekts und der Toleranz für den Anderen. Das Jugendhaus Hardehausen bietet deshalb Kontaktmöglichkeiten in Netzwerken (z.B. Facebook) und der Videocommunity YouTube an, sowie ein auf der eigenen Website bereitgestelltes digitales Gästebuch.
Was können Eltern, Lehrer und andere für die Jugendlichen Verantwortliche vom Jugendhaus Hardehausen im Bezug auf soziale Medien erwarten?
Das Jugendhaus sieht seine Aufgabe darin, den wertschätzenden Umgang, wie er oben beschrieben ist, unter den Besuchern und Gästen des Jugendhauses zu fördern. Die Besucher und Teilnehmer haben die Möglichkeit, diese Werte auch in der Kommunikation über die sozialen Medien zu erfahren. Weiterhin können Eltern, Lehrer und andere Verantwortliche erwarten, dass das pädagogische Personal sich mit den sozialen Medien, deren Vor- und Nachteilen intensiv beschäftigt und sich in deren Auswirkungen auskennt. Die Aktivitäten in den sozialen Medien werden durch die pädagogischen Mitarbeiter beobachtet. Sollte es zu Problemen kommen oder die Regeln des wertschätzenden Dialoges verletzt werden, z.B. durch das Online-Stellen eines Videos durch einen Schüler, auf dem andere Mitschüler in kompromittierender und nicht autorisierter Weise dargestellt werden, reagieren die Mitarbeiter. Sie weisen die betreffenden Schüler auf den wertschätzenden Umgang und die Konsequenzen der Handlungen hin. Die Schüler werden während des Aufenthaltes in den Kursen auf die Ambivalenz der sozialen Medien hingewiesen. Die Mitarbeiter halten sich beim Thema auf dem neuesten Stand und bilden sich fort, so dass Eltern und andere Verantwortliche erwarten können, dass im Jugendhaus ein solides Wissen um die sozialen Medien vorhanden ist.
Was können Kooperationspartner, Multiplikatoren, Kursleiter vom Jugendhaus Hardehausen und dessen Aktivitäten im Bereich der sozialen Medien erwarten?
Dialog und Transparenz sind zwei der Kernwerte, die soziale Medien ermöglichen. Die Kooperationspartner und Multiplikatoren können sich in den sozialen Medien ein zusätzliches Bild des Jugendhauses und vor allem der dortigen Personen machen. In den Kanälen zeigt sich die Bildungsstätte in Form der Menschen, die sie mit Leben erfüllen. Das sind zum einen die Mitarbeiter aber auch die vielen anderen Menschen, wie Kursteilnehmer und Gäste, Referenten und Kursleiter. In den sozialen Medien wird deutlich, was gerade im Jugendhaus passiert, welche Gruppen zu Gast, sind, worüber gesprochen und woran thematisch gearbeitet wird.
Was können Mitarbeiter/innen vom Jugendhaus Hardehausen und dessen Aktivitäten im Bereich der sozialen Medien erwarten?
Den Mitarbeitern bietet sich durch die sozialen Medien die Möglichkeit, mit Kursteilnehmern in Kontakt zu bleiben. Ferner können Sie in den Dialog treten, der über das persönliche vor-Ort-Gespräch hinaus den Austausch mit anderen, dem Jugendhaus verbundenen Personen ermöglicht. Desweiteren können sich die Mitarbeiter an der Darstellung des Jugendhauses in den sozialen Medien aktiv beteiligen und dadurch ihren eigenen, ganz persönlichen Anteil am Jugendhaus und dessen Wertefundament beisteuern und in der Öffentlichkeit sichtbar machen.
Wie sollen Mitarbeiter/innen des Jugendhauses soziale Medien nutzen?
Die Mitarbeiter des Jugendhauses sind oftmals schon private Nutzer der Netzwerke Facebook und StudiVZ. Dabei verschwimmen die vorher klar definierten Grenzen der persönlichen und privaten Rolle zunehmend. Von daher geben diese SMG auch Orientierung darüber, wie Mitarbeiter des Jugendhauses in einer dem Auftrag angemessenen Weise mit diesem Phänomen umgehen können.
Oftmals erhalten Mitarbeiter Freundschaftsanfragen von Kursteilnehmer/innen direkt auf Ihr persönliches Profil. Die Möglichkeit, ein privates und ein berufliches Profil einzurichten, erscheint aufgrund mehrerer Faktoren unratsam und vor allem zu zeitintensiv. Wer das möchte, kann aber als Mitarbeiter diese Trennung der Profile vornehmen. Das Jugendhaus stellt es jedem Mitarbeiter frei, ob er solche Kontaktanfragen annimmt oder lieber die persönliche Distanz zu seiner beruflichen Rolle in den Netzwerken wahren möchte. Dennoch entstehen diese Kontaktanfragen aus einer positiven Motivation, ganz den Werten des Jugendhauses entsprechend. Von daher sind alle Mitarbeiter/innen gebeten, auf solche Kontaktanfragen im Falle einer Ablehnung einen freundlichen Text zu schreiben und die Anfragenden zu bitten, die Möglichkeit der Kontaktaufnahme und des In-Kontakt-Bleibens mittels der Facebook Fanseite bzw. in StudiVZ mittels der Gruppe „Du bist Hardehausen“ zu nutzen.
Da die Trennung in den Profilen der sozialen Netzwerke zwischen privater und beruflicher Person nicht mehr aufrecht zu erhalten ist, bittet das Jugendhaus alle Mitarbeiter, dies zu bedenken und sich bei den Aktionen in den sozialen Netzwerken bewusst zu verhalten und zu äußern. Die sozialen Netzwerke sind öffentliche Foren mit wachsender Bedeutung. Gleichzeitig ermutigt und unterstützt das Jugendhaus seine Mitarbeiter, die Möglichkeiten der sozialen Netzwerke aktiv für die beruflichen Aufgaben und zur Darstellung der mit dem Jugendhaus verbundenen Aktivitäten zu nutzen.
Wie nutzt das Jugendhaus Facebook und ähnliche soziale Netzwerke?
Viele Mitarbeiter des Jugendhauses sind mit einem eigenen Profil in Facebook vertreten. Auch das Jugendhaus selbst bietet über eine sog. Fanseite Kontaktmöglichkeiten für Interessierte in Facebook an. Dabei beobachtet das Jugendhaus Hardehausen genau die Entwicklungen der Datenschutzthematik in Bezug auf Facebook. Trotz der Nutzung der Möglichkeiten von Facebook setzt sich das Jugendhaus kritisch mit der Datenschutzpolitik Facebooks auseinander und weist konkret auch bei jeder Erwähnung der Facebook-Seite darauf hin, dass die Nutzungs- und Datenschutzbestimmung für Facebook außerhalb der Einflussmöglichkeiten des Jugendhauses liegen und von daher immer kritisch von den Interessenten geprüft werden sollten.
Trotz dieser Ambivalenz schätzt das Jugendhaus die Möglichkeiten zur Kommunikation über Facebook so vielversprechend ein, dass es einen eigenen Auftritt in Facebook betreibt. Die Informationen, die in Facebook veröffentlicht werden, sind auch über die Webseite und die anderen Publikationswege auffindbar, so dass seitens des Jugendhauses kein Druck zur Nutzung von Facebook entsteht. Vielmehr ist das Facebookangebot eine zusätzliche Möglichkeit, mit Personen in Kontakt und im Austausch zu bleiben, die Facebook ohnehin schon nutzen.
Die hier im Bezug auf Facebook gemachten Aussagen gelten analog auch für andere soziale Netzwerke wie StudiVZ, meinVZ usw..
Welche Regeln gelten im Jugendhaus für Videokanäle wie YouTube?
Oftmals veröffentlichen Jugendliche, die als Teilnehmer/innen im Jugendhaus zu Gast waren, Videos des Aufenthaltes auf YouTube. Die pädagogischen Mitarbeiter des Hauses sind sich der technischen Möglichkeiten durch Handycams und anderer Videogeräte bewusst und versuchen, die Jugendlichen bei der Veröffentlichung im Sinne der SMG zu beeinflussen.
Bei Video- oder Audioaufnahmen, die im Rahmen der pädagogischen Arbeit in Seminaren oder Kursen entstehen, wird vor einer Veröffentlichung mit den Jugendlichen die Persönlichkeits-, Datenschutz- und Urheberrechtsproblematik besprochen. Es werden vom Jugendhaus Hardehausen in seinem YouTube-Kanal nur solche Aufnahmen online gestellt, die gegen diese Bestimmungen nicht verstoßen. Fotos und Videoaufnahmen, auf denen einzelne Kursteilnehmer zu erkennen sind, werden nur mit deren Zustimmung, bei nicht volljährigen Jugendlichen zusätzlich mit Zustimmung der Erziehungsberechtigten veröffentlicht.
Der Umgang mit der Veröffentlichung solcher Kursergebnisse gibt Gelegenheit, mit Jugendlichen über die Möglichkeiten und Gefahren, sowie über rechtliche Problematiken im Beeich der sozialen Medien in die Diskussion zu kommen.
Welche Werte und Regeln gelten im Jugendhaus für den internetgestützten Dialog?
Das Jugendhaus spricht sich ausdrücklich gegen Zensur und für offenen Dialog aus, so wie er der Grundintention des Mediums Internet zugrunde liegt. Von daher ist das Jugendhaus auch bereit, sich kritischen Kommentaren z.B. auf der Facebook Fanseite oder anderen Plattformen zu stellen. Die Pinnwand ist dort so gestaltet, dass auch Nutzer Beiträge veröffentlichen (posten) können. Bei den Aktivitäten im Bereich der sozialen Medien ist aber eine wertschätzende und die Werte des Dialoges achtende Kommunikationsform wichtig. Darum behält sich das Jugendhaus auch das Recht vor, Beiträge auf allen seinen Plattformen in den sozialen Medien zu löschen, die gegen gesetzliche Vorgaben, Persönlichkeitsrechte oder die Werte des Respekts, Dialoges und der Toleranz verstoßen. Dies gilt insbesondere, wenn Durch Doppel- oder Mehrfachpostings oder so genannte “Crosspostings” (der gleiche Beitrag in mehreren verschiedenen Unterforen, Beiträgen etc.) erkenntlich wird, dass es sich um kommerzielle bzw. anderweitige Werbung und Spam handelt. Ebenfalls nicht toleriert werden alle Formen des „Flaming“, d.h des persönlichen Angriffes auf andere Mitglieder oder Personen. Beiträge, die mehrfach massiv wiederholt gepostet werden, sog. „bombing“ wird ebenfalls nicht toleriert. Ebenfalls werden vulgäre und beleidigende sowie eindeutig sexuelle Texte und Postings nicht gestattet. Damit garantiert es die Einhaltung von für einen fruchtbaren Dialog notwendigen Rahmenbedingungen und erfüllt damit auch seinen Bildungsauftrag.
Falls ein Autor eines Beitrages seinen Beitrag zu Unrecht gelöscht sieht, besteht die Möglichkeit, sich an eines den Webmaster des Jugendhauses zu wenden (pahlke@jugendhaus-hardehausen.de), und seine Argumente sachlich und fair vorzutragen. Das Team der pädagogischen Mitarbeiter/innen wird über den Einspruch befinden.
Das Jugendhaus lädt alle Nutzer ein zu bedenken, dass in der schriftlichen Kommunikation Worte oftmals härter, schärfer und aggressiver wirken, als wenn Sie gesprochen werden. Deshalb bitten wir darum, Beiträge vorher auf Ihre Wirkung zu bedenken und eventuell durch Emoticons erklärende Hinweise zu liefern.
Nutzer, die sich wiederholt nicht an die Regeln der wertschätzenden Kommunikation halten, werden wir freundlich auf unsere Social Media Guidelines hinweisen. Sollte sich ein Nutzer trotz des Hinweises nicht daran halten, werden wir eine Verwarnung aussprechen und behalten uns vor, den Nutzer nach weiterer Ignorierung dieser Regel von den sozialen Medienangeboten des Jugendhauses auszuschließen.
[1] Papst Benedikt XVI. anlässlich des 45. Welttages der sozialen Kommunikationsmittel 2011. http://www.vatican.va/holy_father/benedict_xvi/messages/communications/documents/hf_ben-xvi_mes_20110124_45th-world-communications-day_ge.html
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