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Glauben
Glauben

Das Christuskreuz im Jugendhaus

Ausstellung zur Fastenzeit 2019

Christuskreuz
 
 

Gedanken zum Christuskreuz

Wie eine Sperre / Hindernis liegt das Christuskreuz in der Kirche. Es ist buchstäblich im Weg, man muss um das Kreuz einen Bogen machen. Es versperrt den Weg im wahrsten Sinne des Wortes.

Das Kreuz als Sperre erinnert an die Hindernisse und Grenzen in unserem alltäglichen Miteinander. Die Fastenzeit ist eine gute Möglichkeit die Hindernisse und Grenzen meines Lebens in den Blick zu nehmen. Was liegt zwischen mir und Gott im Weg? Was liegt zwischen mir und meinen Mitmenschen im Weg? Was bremst die Kirche und die Christen aus, welche Hindernisse liegen im Weg? Was hindert mich bzw. uns neue Wege einzuschlagen?

Am Karfreitag wird das Christuskreuz aufgerichtet. Zur Kreuzverehrung wird die versammelte Gemeinde mit dem Priester das Kreuz wieder aufrichten. Das Überwinden von Grenzen geht häufig nur gemeinsam. Und das, was wir am Karfreitag begehen, kommt noch einmal auf berührende Weise zum Ausdruck: Jesus Christus, der sich am Kreuz für uns hat ausspannen lassen - in alle Himmelsrichtungen - um wirklich alle Menschen in seine Liebe einzuschließen. Nach der Kreuzaufrichtung wird am Karfreitag deutlich, dass Jesus Christus das Hindernis des Todes, der alles durchkreuzt beseitigt. Durch seinen Tod am Kreuz hat er uns eine neue Perspektive ermöglicht, neues Lebens.


(Direktor Stephan Schröder)


Christuskreuz
 
 

 
 

Zur Entstehung des Christuskreuzes

Herstellung: Klosterschmiede, Abtei Königsmünster, Meschede

Das Christuskreuz ist zum Reformationsgedenken im Jahr 2017 im Auftrag der Deutschen Bischofskonferenz und der Evangelischen Kirche Deutschlands entstanden.

Das dargestellte Kreuz ist ein griechisches Kreuz. Alle Schenkel und Achsen haben die gleiche Länge. Durch die räumliche Ergänzung der vertikalen und der horizontalen Linien entsteht aus dem flachen Achsenkreuz, ein räumliches Koordinatenkreuz. Koordinaten bedeuten Standortbestimmung. Im Prozess geliebten fließenden Lebens fängt das Koordinatenkreuz lediglich einen Augenblick ein. Es sind unsere Erinnerungen, die vorzeitige Standorte bestimmten. Diese inneren Festlegungen wirken sich auch heute noch auf die Gegenwart aus. Nur wenn wir es wagen, heutige Bestimmung zu definieren, den aktuellen Standort festzulegen, ist Versöhnung möglich. Den jeweils vergangenen Standpunkt des anderen verstehen in dem festen Glauben, dass auch dieser heute relativ ist - sich wie der eigene verändert hat. Zeit vergeht - mit der Zeit vergeht alles. Das Kreuz strahlt Ruhe aus und inneres Gleichgewicht. Obwohl die Perspektiven, die Standpunkte und Blickweisen unterschiedlich sein können, erkennt der Betrachter immer das Kreuz. Sinnbild unseres vielfältigen Glaubens? Zeichen geschichtlicher Trennung? Sehnsucht danach, dass im Grunde alles eins sein kann. Das wäre auch das Kreuz der Geschichte, das Kreuz der Trennung christlicher Konfessionen. Machen wir uns vergangene Standpunkte der anderen zu eigen und versuchen wir zu sehen, was sie jene von ihrem Standpunkt aus sahen? Die Erkenntnis ist schlicht: auch sie sahen das Kreuz. Heilung geschieht auf der Zeitlinie, die das zweidimensionale Kreuz in der dritten Dimension durchkreuzt. Viele unserer Kirchtürme tragen genau dieses Kreuz, das die geographischen Himmelsrichtungen Norden Süden Westen Osten zeigt. Sie tragen das Kreuz, dass die wirkliche Himmelsrichtung zeigt: ausgehend von der Erde, ausgreifend in den Himmel.

Versöhnung und Verzeihung braucht den Perspektivenwechsel. Vergebung braucht die je größere Dimension und kann im Beharren auf dem Wirklichen keinen Bestand haben
Nach der Erkenntnis des Künstlers Joseph Beuys hat Rost eine nahezu ähnliche Farbnuance, wie getrocknetes Blut. Das ist chemisch allzu verständlich. Blut enthält als Hauptbestandteil das Hämoglobin, welches sich auf ein Eisenatom stützt. Blut nun erkennt der Künstler als Ursymbol des Lebens - dieses Wissen ist für Christen eine Selbstverständlichkeit. Man könnte also meinen, dass die rostige Oberfläche des Kreuzes einst gelebt hat oder dass sich unter dem Schorff, tief innen noch immer Leben finden lässt.

Auch die Spuren der Endlichkeit, die Erkenntnis von Versagen und Schuld können die Hoffnung wachsen lassen, dass Versöhnung möglich ist.

Die Mitte des Kreuzes ist leer. Schaut man durch die Kreuzbalken hindurch, so werden diese zum Fernrohr. Sollte das Kreuz der Treffpunkt der Dimensionen sein, so kann dieser Durchblick ermöglichen, den Standpunkt des anderen anzuvisieren. Wenn wir es also wagen, durch die Mitte des Kreuzes, durch das geöffnete Herz des Erlösers auf den anderen zu blicken, so besteht die Chance, dass sich der eigene Blick im Durchblick durch die Barmherzigkeit Gottes weitet und alle Wertung hinter sich lässt.
Es ist nicht selbstverständlich von der Gewichtung der Proportionen her, dass das Kreuz aufrecht steht und die Koordinaten freigibt. Würde man der Schwerkraft, also dem elementaren Irdischsein des Menschen nachgeben, so würde das Kreuz immer auf der Seite liegen, wie eine Boje, die vom Meer verlassen reglos am Strand liegt. Vielleicht für viele Wahrnehmung des Kreuzes heute. Der göttliche Ozean scheint sich zurückgezogen zu haben.

 
 

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