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Young Mission im Double Feature

Beim YOUNG MISSION double feature schreiben Jugendliche ihre eigene Glaubensgeschichte weiter

 
 
Young Mission

Sie war total überrascht, erzählt Thea Ewers, wie man auf sie gekommen sei. Die 16-Jährige sollte beim YOUNG MISSION double feature vor allen Teilnehmenden ihre Glaubensgeschichte erzählen. Ihre erste Reaktion: „Ist meine Geschichte überhaupt spannend genug? Und habe ich etwas zu erzählen?“ Doch Thea Ewers sagte zu, einfach mal ausprobieren. Ein Videodreh und zwei Mal YOUNG MISSION später sagt die Schülerin: „Es ist total schön, zu erleben, dass selbst das, was ich von mir erzählen kann, andere bereichert.“

So wie das persönliche Erlebnis von Thea Ewers könnte man Hunderte Geschichten rund um das YOUNG MISSION im double feature, gleichzeitig Jugendtag des Erzbistums Paderborn, erzählen. Doch die Geschichte der 16-Jährigen zeigt verdammt greifbar, was YOUNG MISSION ausmacht. Da ist zunächst das Gefühl: Ich bin (doch noch) einer von vielen jungen Menschen, denen der Glaube wichtig ist. Dann die innere Ruhe während der Vigilfeier, die ganz unbemerkt Kraft schenkt. Dazu der Austausch, theologischer Input, neue Freundschaften. Und vor allem das Gefühl, dass die eigene Glaubensgeschichte spannend und wertvoll ist – und es immer wieder Orte braucht, an denen neue Kapitel hinzukommen.


Young Mission



Aber der Reihe nach. Freitag Nachmittag, über dem Dach der Jugendkirche des Jugendhauses Hardehausen streift die Sonne. Sie setzt ein Spotlight auf ein ungewohntes Setting. Auf dem Kirchenvorplatz, dort, wo vor 800 Jahre die Mönche einst in der alten Klosterkirche gebetet haben, wurde eine Bühne aufgebaut. Besondere Zeiten erfordern besondere Maßnahmen.

Heißt in diesem Fall: YOUNG MISSION komplett outdoor, zwei Mal hintereinander mit 180 Jugendlichen und jungen Erwachsenen auf drei Tagen verteilt. Apfelschorle statt alkoholfreien Cocktails, kurze Begrüßung statt großem Welcome, abends Lagerfeuer in Bezugsgruppen statt Party.


Zeit für ein erstes Gespräch mit Thea Ewers. Sie erzählt, wie vor zwei Jahren das Kapitel YOUNG MISSION für sie begann: indem sie von Freundinnen und Freunden zu YOUNG MISSION mitgenommen wurde. Wie bei so vielen Teilnehmende. Seitdem sei sie quasi jedes Mal dabei. Die Sauerländerin erzählt von ihrer Heimatgemeinde, von „Ömackes“ in den Kirchenbänken und faden Gottesdiensten. „Meine Beziehung zu Gott kann ich da nicht wirklich leben“, sagt Thea. „Deswegen freue ich mich so auf YOUNG MISSION.“

Das Motto diesmal: „Pray. Trust Go!“ Als die Teilnehmenden für die erste der zwei Veranstaltungen angekommen sind, diskutieren die Jugendlichen in Kleingruppen darüber, was das Motto für sie bedeutet. Als ein Jugendlicher sagt, dass man im Leben nicht stehenbleiben kann, sondern sich immer verändern muss, grätscht Thea Ewers dazwischen. „Kann man nicht mal stehenbleiben? Sich Zeit nehmen, um zu reflektieren? Ruhig werden, zum Beispiel im Gebet?“ Für ihre 16 Jahre wirkt Thea Ewers zwischendurch sehr abgezockt und erwachsen.

Mittlerweile bricht die Dunkelheit rein, ein frischer Wind zieht durch den Kirchenvorplatz. Zeit für den warmen, flackernden Schein von Hunderten Kerzen. Zeit für die Vigilfeier. Zeit für Jesus Christus im Allerheiligsten.



Worte für die Stimmung der Kerzenfeier zu finden, ist eine schwierige Angelegenheit. Genauso, zu begreifen, was in den Momenten wirklich in einem vorgeht. Thea Ewers erzählt, dass ihr bei vielen Liedern die Tränen gekommen seien. Dass sie die Texte gefühlt habe. Und, dass sie während der Anbetung an gar nichts gedacht habe – was sonst im Alltag nie der Fall sei. „Es war ein kompletter innerer Frieden“, sagt sie. „Ich konnte Gott alles anvertrauen und eine Verbindung zu ihm spüren, was sonst nicht so leicht ist.“ Sie erzählt, wie sie sich nach der Anbetung unglaublich dankbar fühlte. „Ein krasses Gefühl“.
Der nächste Morgen – die Stunde von Thea Ewers und Maximilian Welticke, um ihre Glaubensgeschichte zu erzählen. Thea berichtet vor allem von ihrer ersten Beichte vor der Erstkommunion. Sie sei furchtbar nervös gewesen, zitterte, bekam fast kein Wort raus. Da spürte sie, wie ihr jemand stützend zwei Hände auf die Schulter legte. „Kacke“, dachte sie damals, „das war Gott“. Heute spricht Thea mit einer Selbstverständlichkeit über ihr Vertrauen auf Gott, sodass sie für ihre 16 Jahre verdammt reif wirkt. Wie kommt es dazu?





„Ich habe ja kein festes Bild von Gott oder keinen Gegenstand, an dem ich ausmachen kann, dass es Gott gibt“, antwortet sie. „Ich kann nur nach ihm suchen und an ihn glauben.“ Besonders fest sei sie überzeugt, weil sie bei YOUNG MISSION oder in Taizé erlebe, dass auch viele andere junge Menschen den Glauben an Gott feiern. Dass sie nicht die einzige „mit einem Knacks“ sei.

Vor insgesamt 180 Menschen zu stehen und ganz persönlich über die eigene Gottesbeziehung zu sprechen – für Thea Ewers eine ganz wertvolle Erfahrung in ihrem YOUNG MISSION-Kapitel. Hinterher erzählt sie begeistert davon, in wie viele lächelnde Gesichter sie geschaut habe. Wie viele der jungen Menschen ihr zustimmend zugenickt haben. „Es hat mich berührt, dass die anderen meine Geschichte interessiert hat“, sagt Thea. „Nicht so wie sonst in meinem Freundeskreis.“

Da nicht nur Thea Ewers und Maximilian Welticke eine spannende Glaubensgeschichte zu erzählen haben, ging es anschließend wieder in Kleingruppen. Nach theologischem Input diskutierten die Jugendlichen und jungen Erwachsene, was es bedeuten kann, mit Gott durchs Leben zu gehen. In der Gruppe von Thea Ewers stand das Thema „Visionen“ im Mittelpunkt. Gruppenleiterin Ann-Kristin Idzik erzählte, dass vor kurzer Zeit ihr Vater gestorben sei. Nach dem Tod sei ihr ein Zettel zugefallen, den ihr Vater verfasst hatte. Darauf stand: „Trauert nicht um mich, ich habe ein erfülltes Leben geführt.“

Ein Spruch, der bei Thea Ewers hängenblieb. Sie sagt: „Das möchte ich auch von mir behaupten können, dass ich ein Leben führe, in dem so viel erlebe, dass ich hinterher glücklich leben kann.“ Wieder so eine erwachsene Aussage der 16-Jährigen.

Die anschließende Messe wird bei YOUNG MISSION traditionell „Höhepunkt und Abschluss“ genannt – was wegen des double features dieses Mal nur so halb stimmte. Dafür gab Diözesanjugendpfarrer Stephan Schröder umso mehr motivierende Worte mit. Er predigte zum Evangelium, das Papst Franziskus für den Diözesanen Weltjugendtag ausgesucht hatte: die Auferweckung des Jünglings von Nain.

In dem Evangelium spricht Jesus zu dem Toten: „Steh auf“. Da erweckte der junge Mann wieder zum Leben, stand auf und ging neu ins Leben. „Jesus spricht dieses ‚Steh auf‘ zu jedem Einzelnen von euch“, sagte Schröder. „Aufstehen müssen wir schon selbst – aber Gott gibt uns die Kraft dafür.“ Es sind Worte, die für Außenstehende nach leeren Hülsen klingen könnten. Doch nach einem Wochenende mit so vielen ergreifenden Momenten sind sie es keinesfalls.

Messe gelesen – Zeit für Vorfreude bei Thea Ewers. Zur zweiten Runde YOUNG MISSION kommen ihre Freundinnen und Freunde aus dem Sauerland. Für viele von ihnen ist es das erste Weekend – eine gute Möglichkeit, ein neues Kapitel in der eigenen Glaubensgeschichte zu eröffnen.


Text und Fotos: Tobias Schulte

 
 

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