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Thema

Jubiläumsfilm

 
 

Grußwort unseres Erzbischofs Hans-Josef Becker

Erzbischof Becker

Liebe Freundinnen und Freunde des Jugendhauses!

Einer meiner Lieblingsschriftsteller ist der jüdische Philosoph Martin Buber. Deshalb habe ich mein kleines Grußwort auch unter ein Zitat von ihm gestellt. Es stammt aus seinem berühmten Buch „Reden über Erziehung“. Darin wird viel darüber gesagt, worum es auch hier in Hardehausen nun schon seit 75 Jahren eigentlich geht: um Charakterbildung. Charakterbildung findet immer in der le-bendigen Begegnung von Ich, Du und Wir statt, in und durch Erfahrungen, die einen jungen Menschen bestärken und ermutigen. Es gibt nur wenig Größeres, was man Kindern und Jugendlichen mit auf den Weg geben kann, als dass sie bejaht und wertgeschätzt werden – und hier im Jugendaus geschieht so etwas tagein, tagaus, seit Jahrzehnten.

Besonders religiöse Bildung darf niemals verkopft und blutleer daherkommen. Sie muss sogar das genaue Gegenteil davon sein, wenn sie das Herz der Men-schen erreichen will: ganzheitlich, alle Sinne berührend, ästhetisch ansprechend.
Religiöse Bildung muss immer tiefer gehen, sie muss das Innerste der Kinder und Jugendlichen erreichen, die Herzmitte. Hardehausen ist so ein Ort, wo diese Charakter- und Herzensbildung nun schon eine lange Tradition hat.
Das Jugendhaus Hardehausen hat mich seit meiner Jugendzeit geprägt und ge-formt. Damals war ich Gruppenleiter bei den Messdienern meiner Heimatstadt. Für uns war die erste Fahrt hierher schon etwas Besonderes, denn so einfach kamen wir ja nicht raus aus Belecke. Ich habe dann den Aufbaukurs für Grup-penleiter 1963 mitgemacht und im Jahr danach ein diözesanes Messdienerlager. Beides war eine großartige Sache. Ich erinnere mich noch gut an unsere Leiter-kurse, an unser Ringen um Positionen und Konzepte. Es war eine sehr bewegte und interessante Zeit, und wir haben viel über Erlebnis- und Freizeitpädagogik gelernt. Hardehausen war schon damals für mich ein eindrucksvolles jugendpas-torales Zentrum.

Das alte Kloster und die wunderbare Natur darum, die mächtigen Eichen, die Streuobstwiesen, der Teich in der Mitte: Hardehausen ist und bleibt ein Juwel, ein wirklicher Ort gelebter Pastoral, ein Ort der Hinwendung und des Willkom-mens. Und noch etwas: Eine ganz besondere Kostbarkeit ist erst sehr viel spä-ter dazugekommen, nämlich erst 1991: unser Jugendbauernhof mit seiner erfah-rungsbasierten und bodenständigen Umweltpädagogik. Zurecht wird das Ju-gendhaus auch dafür bundesweit gerühmt, nicht nur in Fachkreisen oder bei den Lehrern und Eltern. Welch ein schöner Ort der unmittelbaren Begegnung mit der Schöpfung, dem Schöpfer und untereinander ist hier entstanden! Auch dafür dür-fen wir alle sehr dankbar sein.

Ich bin Priester geworden, weil ich den Gott verkünden wollte, der sich nach den Menschen sehnt. Hardehausen – das ist für mich ein Ort, an dem Gott täglich erfahrbar sein kann. Die vielen ehrenamtlichen und hauptberuflichen Mitarbeite-rinnen und Mitarbeiter des Jugendhauses verkünden ihn seit Jahrzehnten, und sie tun es auf eine für mich beeindruckende Weise. Dafür möchte ich Ihnen an dieser Stelle herzlich „Danke“ sagen.

Liebe Freundinnen und Freunde des Jugendhauses! Die Welt als Schöpfung will in ihrer Schönheit und Lebendigkeit „er-staunt“ und meditiert werden, niemals nur erkundet oder bloß erforscht. Immer wieder muss es uns um die zentrale Fähig-keit (nicht nur) unserer Kinder und Jugendlichen zum Staunen, Fragen und Dan-ken gehen. Diese Fähigkeit im Angesicht des geheimnisvollen und zugleich menschenfreundlichen Gottes für sich selbst und andere zu stärken und zu ent-wickeln, das wünsche ich allen, die mit dem Jugendhaus verbunden sind. Be-wahren wir uns unsere Frische!


Ihr

Hans-Josef Becker
Erzbischof von Paderborn
Paderborn, im April 2020


 
 

Grußwort von unserem Weihbischof Dominicus

 
 

Ein Juwel, das kräftig geschliffen wurde

Jugendhaus Hardehausen feiert 75-jähriges Jubiläum

 
 

„75 Jahre Jugendhaus Hardehausen sind eine 75-jährige Erfolgsgeschichte“, sagt Stephan Schröder, seit zwölf Jahren Direktor des Hauses. Er spricht diesen Satz mit kräftiger Stimme voller Überzeugung – und gleichzeitig mit etwas Wehmut.

Denn die Sehnsucht ist derzeit groß im Jugendhaus Hardehausen. Sehnsucht nach einem Stück Normalität. Nach Jugendlichen, die das Haus beleben. Ausgerechnet im Jahr des 75-jährigen Jubiläums fährt die Corona-Pandemie den Gruppenbetrieb im Jugendhaus Hardehausen herunter. „Unser Jugendhaus lebt von den jungen Menschen, die hierherkommen“, sagt Schröder. Nun herrscht größtenteils Stille auf dem idyllischen Gelände, umringt von Wäldern und Seen. Das sei ihm etwas unheimlich, sagt er.

Am Sonntag hätte das Jugendhaus mit seinen etwa 110 Mitarbeitenden sein 75-jähriges Jubiläum gefeiert. Weihbischof Dominicus Meier hätte eine Messe mit Hunderten Jugendlichen des YOUNG MISSION-Weekends sowie Gästen des Jugendhauses zelebriert, anschließend hätten Mitarbeitende, Freundinnen und Freunde des Jugendhauses sowie Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler über eine zeitgemäße kirchliche Jugendarbeit diskutiert.

Nun nutzt das Team des Jugendhauses die Zeit, um das zu tun, was bereits seine Geschichte geprägt hat – sich ständig weiterzuentwickeln. Vor allem das pädagogische Team, erklärt Direktor Schröder, versuche die Zeit zu nutzen, um sich innovativ aufzustellen. „Gerade weil wir mit jungen Menschen arbeiten, dürfen wir uns nie ausruhen.“

Offensichtlich wird das zum Beispiel an der neuen lichtdurchfluteten Kirche, am Kornhaus, das sich zur Freizeitstätte gewandelt hat, und der Eingangshalle des Haupthauses. Einladend soll das ganze Haus wirken. Den jungen Menschen vermitteln, dass sie wertgeschätzt werden. Dazu gehört neben allen pädagogischen Konzepten auch eine gewisse Ästhetik. So hat Erzbischof Hans-Josef Becker das Jugendhaus schon zum 70-jährigen Jubiläum als „Juwel“ für das Erzbistum bezeichnet.

Dass dieses Juwel ordentlich geschliffen wurde, erkennt der heutige Direktor Stephan Schröder an Bildern von früher. Viele Gebäude seien „heruntergekommen“ gewesen, als das Jugendhaus 1945 aufgebaut wurde. Damals gehörte das Gelände den Amerikanern. Der damalige Erzbischof Lorenz Jaeger beauftragte seinen Diözesanjugendseelsorger Augustinus Reineke, einen Standort für die Ordensschwestern der Augustiner Chorfrauen zu finden. Deren war bei der Bombardierung Paderborns zerstört worden.

Reineke, so gibt Schröder die Geschichte wieder, schwang sich auf sein Fahrrad und radelte von Paderborn nach Hardehausen. 30 Kilometer eine Strecke. Er verhandelte mit den Amerikanern – und erreichte, dass die Ordensschwestern in einem Teil des ehemaligen Zisterzienserklosters als Notunterkunft wohnen durften. De facto sei das auch der Startschuss für die Jugendarbeit in Hardehausen gewesen. „Reineke hat seinen Traum, einen Ort für junge Menschen zu erschaffen, Wirklichkeit werden lassen“, erzählt Schröder.

Das Miteinander von jungen Menschen und Ordensschwestern prägte das Zusammenleben im Jugendhaus Hardehausen bis vor wenigen Jahren. Bis 2008 arbeiteten Vinzentinerinnen in der Hauswirtschaft und Küche – ab 2009 lebten Franziskanerinnen mit im Jugendhaus. „Dass hier nun keine Ordensgemeinschaft mehr lebt, ist ein riesiger Einschnitt“, sagt Schröder. „Die Ordensschwestern waren für die jungen Menschen ein sichtbares Zeichen, dass hier geistlich gelebt wird.“ Nun sei quasi das pädagogische Team seine neue geistliche Gemeinschaft, sagt Jugendpfarrer Stephan Schröder.

Denn einer der Schwerpunkte im pädagogischen Konzept des Jugendhauses ist es, jungen Menschen besondere Glaubens-Momente als Inspiration zu ermöglichen. Dazu kommen die Bereiche der persönlichen Orientierung mit den Orientierungstagen, die Schöpfungsverantwortung mit dem Jugendbauernhof, internationale Reisen und Entwicklungsarbeit sowie die Kultur mit Festivals, Theaterpädagogik und Bandcoachings.

„Hier können junge Menschen erleben“, sagt Stephan Schröder, „dass jeder und jede Einzelne im Mittelpunkt steht. Wir sehen in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes – auch wenn die Person Gott ablehnt. Wir wollen aber auch zeigen, wofür wir stehen, aus welchem Geist wir leben.“ Im besten Fall erlebten junge Menschen im Jugendhaus, dass sie Kirche anders als bisher erleben können – und dass sie neugierig werden auf das Geheimnis Gottes. Ziele auf dem weiteren Weg der „Erfolgsgeschichte Jugendhaus Hardehausen.“


(c) Tobias Schulte


 
 

Einige Fotos aus den vergangenen 75 Jahren

Ansprechpartner

  • Direktor Stephan Schröder

    Direktor Stephan Schröder
    Direktor des Jugendhauses und Diözesanjugendpfarrer
    05642 9853 101
    schroeder@go-hdh.de
Jugendhaus Harderhausen



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Erzbistums Paderborn




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Das Jugendhaus wird über den BDKJ aus Mitteln des Kinder- und Jugendförderplans des Landes Nordrhein-Westfalen zur Jugendbildungsarbeit in Jugendbildungsstätten gefördert.


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